Hungersnot in Ostafrika

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Hungersnot in Ostafrika

Beitrag  brihof am Fr Aug 05, 2011 12:52 am

@ Alle,
was würde Michael sagen zu all diesem Elend Question Question

We are the world, we are the children
we are the ones who make a brighter day - so let's start giving Exclamation

Und...
... if you wanna make the world a better place
take a look at yourself and than make a change

HEAL THE WORLD


Katastrophe in Ostafrika
Zynisches Geschäft mit dem Hunger
30.07.2011
Von Silvia Liebrich


Es sind skrupellose Geschäfte: Obwohl in Ostafrika Millionen Menschen hungern, scheinen die Regierungen der betroffenen Länder kein Mitleid mit ihren Völkern zu haben. Sie verkaufen fruchtbares Land an ausländische Investoren - das könnte die Katastrophe verschärfen.

Es ist purer Zynismus: Während am Horn von Afrika Millionen von Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren leiden und vom Hungertod bedroht sind, vergeben Regierungen der betroffenen Länder immer mehr fruchtbares Ackerland an ausländische Investoren.

Beispiel Äthiopien. Das Land steht derzeit nach Informationen der britischen Menschenrechtsorganisation Survival International in Verhandlungen mit Unternehmen aus Italien, Malaysia und Südkorea. Dabei geht es um die langfristige Verpachtung von Ländereien im Südwesten des Landes, der bislang kaum von der Dürre betroffen ist und wo sich die Bevölkerung derzeit noch selbst versorgen kann.

Nach dem Plan der Behörden sollen dort künftig Pflanzen für die Produktion von Nahrungsmitteln und Ökotreibstoffen angebaut werden, die vor allem in den Export gehen dürften. Davor warnt Stephen Corry, Direktor von Survival International.

Unter anderem 2,5 Quadratkilometer Fläche seien für den Anbau von Zuckerrohr vorgesehen, aus dem Biosprit gewonnen wird. Im Fokus von Regierung und Investoren steht den Angaben zufolge vor allem das wasserreiche Omo-Tal, wo derzeit mehr als 90.000 Kleinbauern mit ihren Familien als Selbstversorger leben. Sie müssen nun damit rechnen, von ihrem Land vertrieben zu werden.

Äthiopien hat bereits in Vergangenheit mehr als eine Million Hektar an ausländische Interessenten, unter anderem aus China, Indien oder Saudi-Arabien, vergeben. Knapp zehn Prozent der landwirtschaftlichen Nutzungsfläche in Äthiopien befinden sich damit bereits in der Hand internationaler Geldgeber, schätzen Experten.

Spekulanten und Unternehmen investieren seit einigen Jahren weltweit massiv in Ackerland, vor allem in Afrika. Land ist dort meist billig zu haben und es lockt die Aussicht auf hohe Gewinne. Die Weltbevölkerung wächst und will mit Nahrung versorgt werden.

"Der Ausverkauf verschärft das Hungerproblem"

Auch die Hilfsorganisation Oxfam kritisiert, dass diese Geschäfte meist zu Lasten der lokalen Bevölkerung gehen. "Der Ausverkauf von Land an Investoren verschärft das Hungerproblem", kritisiert Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam. Die neuen Herren würden meist viel versprechen und nur wenig davon halten, auch weil es bei dieser Art von Geschäften - auch Land Grabbing oder Landraub genannt - an Transparenz fehle.

Von der derzeitigen Hungerkatastrophe in Ostafrika sind neben Menschen in Somalia und Kenia auch 4,5 Millionen Äthiopier betroffen. In diesem Jahr muss Äthiopien sechs Prozent seiner Nahrungsmittel importieren. Zwei Drittel davon stammen laut Wiggerthale aus internationalen Hilfslieferungen. Um die jetzige Hungerkatastrophe in Ostafrika einzudämmen sind nach Angaben der Vereinten Nationen vom Freitag mindestens 1,4 Milliarden Dollar notwendig, 400 Millionen Dollar mehr, als bisher erbeten wurden.

Dass der Ausverkauf von Land trotz Hungersnot weitergeht, bestätigt auch Misereor-Referent Wilhelm Thees. Internationaler Druck habe hier bis dato wenig bewirkt, sagt der Mitarbeiter der katholischen Organisation.

Ein großes Problem der Landgeschäfte ist außerdem, dass die Pachtverträge meist sehr lange Laufzeiten von bis zu 99 Jahren haben und somit die künftige Handlungsfähigkeit der Regierungen drastisch einschränken. Kritik an dieser Politik wird in Äthiopien vehement zurückgewiesen. Ausländische Investoren seien wichtige Partner um die Landwirtschaft des Landes voranzubringen, meint Premierminister Meles Zenawi.

Survival-Chef Corry teilt diese Ansicht nicht. Er befürchtet, dass auch die Bewohner des Omo-Tals künftig auf fremden Plantagen arbeiten müssen. "Sie werden so zu Hunger und Armut verdammt, was schon viele ihrer Landsleute erfahren."

(erschienen in sueddeutsche.de)

https://youtu.be/4iipb9WQqbA

Was gibt Regierungen und deren Verantwortliche das Recht, ihre Völker verhungern zu lassen Question Warum werden diese macht- und geldgierigen Parasiten nicht angeklagt für dieses "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Es ist Völkermord.
Dieses unbeschreibliche Leid ist unerträglich und wir können nur ohnmächtig zusehen. Crying or Very sad
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Re: Hungersnot in Ostafrika

Beitrag  Dagi am Fr Aug 05, 2011 7:18 pm

... ich sehe das genau wie Du bri .... für mich ist das auch alles unbegreiflich, heute Morgen im Tiefbahnhof,

da werden Werbefilme usw. an eine Wand geworfen, da haben sie etwas darüber gezeigt, mir kamen die Tränen

und ich hätte schreien wollen, ich konnte nur den Kopf senken und denken, was kann ich außer spenden und darauf

aufmerksam machen, noch dafür tun Sad

... deswegen laufen die Lieder bei mir im Auto besonders laut und die Fensterscheibe ist immer ein Stück unten ..... sollen alle hören !

liebe Grüße Dagi
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Re: Hungersnot in Ostafrika

Beitrag  Cherub am Mi Aug 31, 2011 1:20 pm

Ich denke die Menschheit kann sich kein schlimmeres Armutszeugnis ausstellen, daß auf diesem so wunderbaren Planeten, der alles bietet, damit alle in Frieden darauf leben könnten, nach wie vor Millionen Menschen verhungern.
Wenn ich daran denke, daß wir mittlerweile weltweit fast eine Milliarde Menschen haben, die von Hunger bedroht sind, schäme ich mich für jede Scheibe Brot, die bei mir mal verschimmelt.......
Soviele Jahre, ja Jahrzehnte sind seit "We are the world" vergangen, soviele Millionen Dollar wurden gesammelt, und dennoch verschärft sich die Katastrophe immer mehr.

Es ist ein nicht zu überbietender Zynismus, daß es letztlich (bitte nicht falsch verstehen!!!!) ein "Verteilungsproblem" ist, daß durch menschliche Gier und menschenverachtende Geisteshaltung nicht zu lösen scheint.

"When will we ever learn?"

Love & Peace
Gaby
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Re: Hungersnot in Ostafrika

Beitrag  brihof am Mi Aug 31, 2011 8:36 pm

.....genau Gaby, treffender könnte es keiner sagen.

Ich frage mich auch immer wieder, wenn ich dieses schreckliche Elend sehe, wann versteht es die Menschheit endlich, dass ein Menschenleben über alles andere zu stellen ist. Man hat das Gefühl, die Millionen Spenden versickern im trockenen Wüstensand, bevor sie auch nur einem hungernden Menschen helfen. Nur so ist es doch zu erklären, dass die Not immer größere Ausmaße annimmt und die Menschen dort nicht nur nichts zu essen haben, sondern es ihnen auch sonst an allem fehlt. Sie haben weniger als das Nötigste zum LEBEN.

Michael müsste auch in hundert Jahren noch seine Armbinde tragen.....
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Re: Hungersnot in Ostafrika

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