Politik - Migranten bevorzugt

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Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rosi am Sa Mai 08, 2010 8:25 pm

Migranten bevorzugt
Von Joachim Fahrun 6. Mai 2010, 04:00 Uhr
Berlins Senat will Ausländern per Gesetz bei Einstellungen einen Vorteil verschaffen - weiß aber nicht, wie das gehen soll
Berlin - Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus kann sich in diesen Tagen vor E-Mails kaum retten. Der integrationspolitische Sprecher Raed Saleh hat die Bürger aufgefordert, ihre Wünsche für ein Berliner Integrationsgesetz zu schicken. "Es kommen massenweise Zuschriften", sagt der gebürtige Palästinenser. So habe ein russischer Einwanderer gebeten, doch auch die Russen in dem Gesetz extra zu erwähnen.
Die Offenheit der rot-roten Berliner Koalition für Anregungen kann man als Volksnähe verstehen. Sie belegt aber auch die Schwierigkeiten, die SPD und Linke haben, ihr Prestigeprojekt eines Integrationsgesetzes mit Inhalten zu füllen.
Was bisher an Plänen bekannt wurde, hat eine erregte Debatte ausgelöst. So will der Senat Migranten bevorzugt im öffentlichen Dienst einstellen, indem in Stellenbeschreibungen etwa "muttersprachlich beherrschte Fremdsprachenkenntnisse" verlangt werden. Quoten, wie sie etwa der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, fordert, sind auch in der rot-roten Koalition nicht durchsetzbar. Bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen wird jedoch erwogen, von Migranten geführte Betriebe Wettbewerbern vorzuziehen.

"Berlin wäre das erste Bundesland, das ein Integrations- und Partizipationsgesetz verabschiedet, und würde damit seine Rolle als Schrittmacher in der Integrationspolitik unterstreichen", schreibt Integrationssenatorin Carola Bluhm (Linke) in einer Besprechungsunterlage für den Senat. Das in den Umfragen schwächelnde Linksbündnis des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) will bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2011 mit dem Integrationsthema punkten. Als Bundesvize seiner Partei leitet Wowereit eine Zukunftswerkstatt, um Vorschläge für das Bundestags-Wahlprogramm zu liefern.
Für die Landespolitik soll Deutschlands erstes Integrationsgesetz das Aushängeschild werden. Finanziell ist jedoch nichts zu erwarten. "Mehr Geld kann nicht die Antwort sein", sagt Wowereit.
Bis Ende dieses Jahres soll das Landesparlament das Artikelgesetz verabschieden. Noch aber sind sich die einzelnen Senatsressorts nicht einig, was denn in solch ein Regelwerk hineinsollte. So scheint bisher nur sicher, dass die Migrantenbeiräte als Interessenvertreter der Zuwanderer überall gesetzlich verankert werden. Das, so murren Kritiker wie der von der SPD zur CDU gewechselte Politiker Badr Mohammed, der Mitglied der Deutschen Islamkonferenz ist, sei der eigentliche Zweck des Gesetzes. "Die Lobbyisten wollen sich ihre Position sichern", sagt Mohammed.
Einige unstrittige Punkte finden sich in den bisherigen Plänen: So soll der Zwang, sich nach deutscher Sitte im Sarg bestatten zu lassen, mit Rücksicht auf die Muslime abgeschafft werden. Der Begriff "kirchliche Feiertage" entfällt und wird neutral durch "religiöse Feiertage ersetzt". Die Bildungsverwaltung prüft überdies eine leichtere Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse, zudem will man noch einmal darüber nachdenken, ob die bestehenden Sanktionsmittel gegen Schulschwänzer ausreichen. Aber der Unmut entzündet sich an der Frage, wie Berlin das Ziel erreichen will und mehr Menschen mit Migrationshintergrund in Verwaltung, Betriebe oder Polizei und Feuerwehr bekommen kann.
Für eindeutig verfassungswidrig hält der Verfassungsrechtler und frühere CDU-Minister Rupert Scholz die Idee, Migranten Bewerbern mit "bio-deutschem Hintergrund" vorzuziehen. Zumal der Begriff des Migranten verfassungsrechtlich nicht bestimmbar sei. Emine Demirbüken-Wegner, Mitglied im CDU-Bundesvorstand, nannte es "absurd", Migrantenquoten durch die Hintertür einzuführen. Und auch die SPD-Abgeordnete Bilkay Öney meldet öffentlich Zweifel an, ob sich ein komplexer Vorgang wie Integration in ein Gesetz zwingen lasse. Niemand hindere schon heute die Behörden, qualifizierte Migranten einzustellen. Evil or Very Mad


Zuletzt von rosi am Mi Mai 12, 2010 10:10 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  Cherub am Sa Mai 08, 2010 9:32 pm

Liebe Rosi,

ich kann dich schon gut verstehen. Besonders auch gerade deshalb, weil ich in meiner Historie ja nun mal 10 Jahre mit einem Afrikaner verheiratet gewesen bin. Daher war ich ja ständig in der Multi-Kulti-Szene - wobei dann auch vermehrt unfreiwillig. Denn die meisten Deutschen haben sich von mir distanziert und die Afrikaner blieben auch lieber unter sich. Von daher kam ich mir auch immer vor wie eine Fremde im eigenen Land. Besonders hart war es dann immer wenn über die bösen Deutschen gelästert wurde und die Asylbewerber, die in unserem Haus ein und aus gingen, meine Heimatland beleidigten.
Wie oft habe ich denen gesagt, wenn es ihnen hier nicht gefällt, dann sollen sie doch wieder in ihre Heimat zurückgehen, aber da werden sie ja nicht so gut vom Staat versorgt, und können sich nicht aushalten lassen. Es war schon eine harte Zeit, in der ich oft auch gelitten habe, zu sehen, wie viele auf Kosten der Allgemeinheit lebten und dann auch noch das Land, was sie aufgenommen hat, ständig beleidigten.

Von dieser Bevorzugung auf Grund eines ausländischen Hintergrund halte ich überhaupt nichts. Ebensowenig bin ich für irgendwelche Quoten-Frauen in Politik und/oder Wirtschaft.
Nach meiner Ansicht muss und wird sich die Qualität durchsetzen, der Verstand, die Vernunft und das Können.
Bei unserer Betriebsratswahl habe ich gesehen, daß es sehr wohl ohne Quote geht. Aufgrund der Zusammensetzung unser Belegschaft stand uns noch nicht mal eine "Quotenfrau" zu, aber dennoch sind 3 Frauen in das Gremium gewählt worden - von Männern!!! Wie gesagt auf Dauer setzt sich Qualität auch durch.
Ich glaube mal nicht, daß diese Pläne sich wirklich umsetzen lassen.
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rosi am Sa Mai 08, 2010 10:04 pm

Danke Gaby - wir haben ja mal vor langer Zeit darüber gesprochen, dass ein Leben mit "schwarz und weiß" sehr sehr schwierig ist. Was Du gerade berichtest, ist unser täglicher Alltag im Sozialamt. Es gibt tatsächlich nur wenige Asylanten oder Migranten, die unser Sozialsystem mit Dank oder auch Anerkennung würdigen. Tatsächlich gibt es diese Menschen aber in der Mehrheit bekommen wir Sachbearbeiter heute gesagt, dass sie (Migranten) sich in und für Deutschland kaputt gemacht haben - und jetzt, wo sie Rente beziehen - wir uns wagen, die Häuser und Grundstücke im Heimatland als "verwertbares Vermögen" anzusehen.
Wenn dann noch solche politischen Pläne geschmiedet werden, bin ich an dem Punkt, mein Heimatland aufzugeben. Ich werde für mich selbst entscheiden, ob ich einen Sarg möchte und ich werde einen Teufel tun, mir das von irgendwelchen Migranten auf Rücksicht ihrer islamischen Religion, absprechen zu lassen. Ja, wir werden unser Land sicher auch bald verlassen - je nach dem, wie man mit der Rente meines Mannes im Ausland leben kann. Und meine Kinder sind auch so weit.
Ich verstehe inzwischen, dass die jungen Leute "rechts/braun" wählen. Es werden mit Sicherheit mehr, denn wir werden gerade unserer Heimat beraubt - und das aus den Reihen der eigenen Politiker.
Gaby - ich bin derzeit ratlos - wir nehmen unseren Kindern die Wurzeln ihrer Existenz - sie fühlen sich schon jetzt heimatlos - zumindest in unserem Raum Rhein-Main-Gebiet Evil or Very Mad Evil or Very Mad Evil or Very Mad Evil or Very Mad - aber das ist ja neben Berlin erst der Anfang
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  Cherub am So Mai 09, 2010 9:56 am

Uuuups Rosi,

was lese ich da?? Ihr wollt Deutschland verlassen?? Abhauen? Kneifen? Hey, wo gibt es denn sowas? Sorry, kleiner Scherz am Rande.
Nee, also so dramatisch sehe ich das ja noch nicht wirklich. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß ich hier nicht in so einem Ballungszentrum lebe und noch die "ländliche Idylle" genießen darf??

Ehrlich gesagt, ist mir der ernsthafte Gedanke an eine Auswanderung noch nicht gekommen. Dazu bin ich viel zu heimatverbunden. Und das, was ich von der Welt bis jetzt gesehen habe, hat mich auch nicht dazu animieren können, meine Heimat verlassen zu wollen. Letztlich hatte ich bis dato immer die Einsicht, daß die Konditionen unter denen wir hier leben (auch wenn es nicht mehr so rosig ist wie früher einmal) immer noch wesentlich besser sind, als das was ich in anderen Ländern gesehen habe. Nie und nimmer hätte ich damals in der Elfenbeinküste leben wollen!! Ich fand das auch immer sehr offenbarend mir diese ganzen Auswanderer-Dokus anzusehen. Wirklich!!! Gut, manche Menschen sind dafür geboren. Ich nicht. Und es war auch immer ziemlich klar, daß das vermeintliche (Urlaubs-) Paradies sich im Alltagsleben als doch viel schwieriger erweist. Und es gibt halt sehr sehr viele, die wieder zurückkommen, aber das wird nicht so publik gemacht, weil das ja nicht die "Hier ist alles so Schei..."-Parolen unterstützt.

Wir hatten letztes Jahr unser 20jähriges Abi-Treffen. Da habe ich mich lange mit einem alten Kumpel unterhalten. Er ist Physiker und seine Frau ist Anwältin. Sie waren gerade nach einem fast 10jährigen Aufenthalt aus Kanada zurückgekommen. Sie haben in den USA zwei kleine schwarze Jungs adoptiert und sind nach Deutschland zurückgekommen, weil hier die Bedingungen Kinder großzuziehen wohl doch wesentlich besser waren als dort. Ebenso die Verdienstmöglichkeiten und viele andere arbeitsrechtliche Punkte ebenfalls. Er sagte da zu mir, er hätte sich niemals träumen lassen, wie sehr sie hier in Deutschland bei ihrem Wieder-Neustart unterstützt worden sind. Das wäre in Kanada völlig undenkbar. Da musst du halt sehen, wie du rumkommst. Und das ist ja in den meisten anderen Ländern auch so.

Aber, meine liebe Rosi, wenn ihr dann auswandert, dann weiß ich ja zumindest, wo ich dann später mal Urlaub machen kann??!!?? Nein, ich will dich nicht auf den Arm nehmen, versteh das bitte nicht falsch.
Das muss halt jeder für sich selber entscheiden. Ich bin eben nicht so ein Globetrotter und werde es wohl auch nicht werden. Aber halt mich doch mal auf dem Laufenden...
Ich wünsche dir aber viel viel Kraft und Geduld bei deiner täglichen Arbeit im Sozialamt - das ist sicher alles andere als leicht!
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rike am So Mai 09, 2010 2:06 pm

Ich bin der Meinung das die WELT als Quelle mal wieder bewiesen hat das sie sich zunehmend in Richtung BILD bewegt...

Der Artikel suggiert dem Leser das bereits alles entschieden ist - dem ist gar nicht so! Vieles was hier in dem Artikel steht kann gar nicht einfach Gesetz werden, auch nicht in Berlin da man Bundesgesetze ändern müsste - und das passiert nicht so schnell, nicht ohne Bundesrat, Bundespräsident udn schon gar nicht mit einer konservativen Regierung!

Auch stellt die WELT es so hin als wenn es "nur" darum geht MIgraten einfach durch ihre Herkunft einen großen Vorteil zu verschaffen - das ist allerdings gar nicht das große Ziel der Initiative: vielmehr soll Berlin es schaffen die Integration besser zu gestalten.....!! Über die Einzelheiten kann und soll man diskutieren - keine Frage

Doch sollte man die Entwicklung dieses Prozesses beoachten, viele veschiedene Quellen lesen und sich immer wieder neu informieren und immer wieder neu diskutieren.

Von "Schnellschuss" Reaktionen halte ich wenig zumal grade diese oft emotional aufgeladenen Reaktionen ein sich genaues Informieren behindern können und ich sehe grade in diesen Reaktonen eher die Gefahr das man sich dem "radikalen Lager" ( da ist es egal ob rechts oder links!) zuwendet.

Ich tendiere immer dazu die Ruhe zu bewahren, abzuwarten, sich zu informieren und vor allem seine politischen Rechte wahrzumehmen ( Wahl, Petitionen, Demos , vllt Beitritt zu einer demokratischen Partei oder Organisation.....) .




---------


Hier noch mal ein anderer Artikel, der liest sich schon ausdifferenzierter - find ich ... :

Pro & Contra
Braucht Berlin ein Integrationsgesetz?


Berlin will Migranten in allen Bereichen besser integrieren. Doch ein dafür geplantes Gesetzesvorhaben stößt auf Kritik. Ein Pro & Contra

Berlin will seine Migranten besser integrieren – nur wie? Das wird derzeit heftig diskutiert. Berichte über ein angeblich vom Senat geplantes Integrationsgesetz, mit dem Migranten zum Beispiel bei der Bewerbung um Jobs im öffentlichen Dienst bevorzugt werden sollen, bewahrheiteten sich so nicht. Dies wäre juristisch auch sicher problematisch. Dass es aber einen politischen Plan für mehr Integration gibt, ist unstreitig.

„Es geht uns darum, Benachteiligungen abzubauen, nicht darum, Bevorzugungen festzuschreiben“, betonte Anja Wollny, Sprecherin von Integrationssenatorin Carola Bluhm (Linke). Es gebe auch noch gar keinen Gesetzentwurf, nur ein internes Arbeitspapier. Ziel sei es, mit den Diskussionen über den Inhalt bis Jahresende durch zu sein.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist da ehrgeiziger, zeitlich wie inhaltlich. Was ihm vorschwebt, könnte man schleichende Beteiligung nennen. Die Bezeichnung Integrationsgesetz sei irreführend, sagt sein Sprecher Richard Meng. Genaue Inhalte seien zwar nicht bekannt, aber eins sei gewiss: „Das wird ein Artikelgesetz, das heißt, durch dieses Gesetz werden ganz viele Berliner Gesetze geändert.“ Es gehe darum, den Integrationsgedanken überall zu verankern. Ein buntes Spektrum sei denkbar: Von verstärkten Anstrengungen für Qualifikation und Bildung, die im Schulgesetz festgeschrieben werden könnten, bis hin zu einer Änderung der Bestattungsordnung, die eine Beerdigung auch ohne Sarg und vor Ablauf von 48 Stunden ermöglichen könne. Außerdem wolle man auch die letzten, sich noch weigernden Bezirke dazu bringen, Ausländerbeiräte einzurichten. Der Zeitplan sei straff: „Wowereit drängt darauf, dass das Gesetz noch dieses Jahr beschlossen wird“, sagt Meng.

Der Integrationsbeauftragte Günter Piening hält eine gesetzliche Regelung für sinnvoll, um Migranten stärker zu beteiligen. In anderen Ländern bilde der öffentliche Dienst viel stärker die Zusammensetzung der Bevölkerung ab als bei uns. Ein Problem sei aber weiterhin, dass manche Änderungen auf Bundesebene gemacht werden müssten, was jedoch die konservative Regierung verweigere. Speziell die Thematik der Geduldeten: „Von den palästinensischen Jugendlichen in der Rütli-Schule waren viele nur geduldet und durften deshalb keine Ausbildung machen“, so Piening. „Wie soll man ihnen klarmachen, dass sich Anstrengung in der Schule trotzdem lohnt ?“ Erst seit vergangenem Jahr sei es auch für sie möglich, eine Ausbildung zu machen.

„Das Ziel ist ja richtig, aber um es zu erreichen, braucht man kein Gesetz“, sagt Pienings Amtsvorgängerin Barbara John, jahrzehntelang Berlins Ausländerbeauftragte. „Man kann seine Stellenausschreibungen entsprechend formulieren, etwa dass man jemanden mit bestimmten Sprachkenntnissen sucht.“ Das sei auch viel besser für das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen deutschen Bewerbern und Migranten. Es hätten längst nicht alle Migranten spezielle Förderung nötig; Asiaten seien oft besser qualifiziert als Deutsche.

Die CDU trauert mittlerweile Barbara John nach: „Wäre sie geblieben, dann wäre Berlin heute schon weiter“, so der CDU-Politiker Kurt Wansner. Ein Integrationsgesetz brauche man nicht, meint auch er. „Man muss die Kinder an den Schulen qualifizieren, damit sie bei Bewerbungen mithalten können.“ Also Bewerbungsseminare veranstalten, Einstellungsgespräche durchspielen.

Die Grünen-Politikerin Canan Bayram hat das Thema Migranten im öffentlichen Dienst selbst erlebt, als sie noch im Bundesumweltministerium arbeitete. „Da leistet man Pionierarbeit“, sagt sie. „Aber wenn man erst einmal in die Inhalte einsteigt, tritt die Herkunft zurück.“ Es geht also darum, überhaupt erst einmal reinzukommen. Rechtsanwältin Bayram hat es geschafft. Sie weiß auch, dass viele Migranten sich selbst im Wege stehen, indem sie denken: „Die wollen mich sowieso nicht. Ich habe ohnehin keine Chance.“

PRO

Berlin läuft seiner eigenen Entwicklung hinterher: Ein Viertel der Einwohner kommt aus Einwandererfamilien, im öffentlichen Dienst etwa machen Migranten aber nur rund zehn Prozent der Mitarbeiter aus. Auch in der Lehrerschaft, die zum Teil vor Klassen mit 80 Prozent Kindern nicht-deutscher Herkunft steht, sind Migranten weit in der Minderheit.

Ein Integrationsgesetz ist deshalb dringen nötig – und zwar keines, in dem es einfach eine Quote gäbe, die Migranten in der Einstellung bevorzugt. Das wäre weder verfassungsrechtlich möglich noch kann es politisch gewollt sein. Es müsste vielmehr darum gehen, Maßnahmen zur Befähigung und Gleichberechtigung von Menschen mit Migrationshintergrund so zu verankern, dass sie im Alltag auch greifen. Das kann bei Sprachförderung im Kindesalter anfangen und bei der Änderung der Bestattungsordnung aufhören.

So würde ein Integrationsgesetz zum einen dazu beitragen, positive Vorbilder zu schaffen. Zum anderen wäre es ein Signal des Respekts vor der Lebenswelt vieler Berliner. Es würde zeigen, dass die Stadt Integrationspolitik ernst meint und nicht immer nur den nächsten Runden Tisch veranstaltet. Ein gutes Integrationsgesetz wäre dabei nur solange nötig, bis es sich selbst überflüssig macht. Wenn Integration für Deutsche und Migranten alltäglich wird, braucht Berlin kein Gesetz mehr. Patricia Hecht

CONTRA

Im Dezember hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit neue Denkweisen in der Integrationspolitik gefordert und den mangelnden Aufstiegswillen in vielen Familien kritisiert. Mit einem Integrationsgesetz oder einer Ergänzung in allen Gesetzen, dass man ja auch ganz sicher die Integration im Auge hat, wird man diesen Willen aber nicht stärker herauskitzeln. Und ein Gesetz, das den Bürgern oktroyiert, wie gut und liberal diese Gesellschaft ist, braucht niemand, sondern ist reine Makulatur: Ein politisches Bekenntnis für eine effektive Zuwanderungspolitik für beide Seiten, wie sie in Kanada oder in den USA praktiziert wird, sieht anders aus. Es geht in der Integrationspolitik um die Frage, wie man Migranten fördert, und was man von ihnen fordert. Diejenigen, die willens sind, sich integrieren zu lassen, wissen ohnehin, dass sie Integration nur schaffen, wenn sie Bildungschancen nutzen und ihre Sprachkompetenz ausbauen, also: die deutsche Sprache erlernen. Kein Gesetz kann die Migranten zur gesellschaftlichen Teilhabe zwingen, wenn sie nicht wollen. Mehr Migranten im öffentlichen Dienst einstellen, bei der Polizei, der Feuerwehr, in den Schulen: Das ist alles richtig, zuerst aber zählt die Qualifikation. Das gilt im Übrigen auch für die Forderung, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Nur Frau zu sein reicht nicht. Und nur Migrant zu sein reicht eben auch nicht. Sabine Beikler

http://www.tagesspiegel.de/berlin/braucht-berlin-ein-integrationsgesetz/1817310.html
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  Cherub am So Mai 09, 2010 6:16 pm

Liebe Rike,

danke für deinen Beitrag und vor allem auch für den Artikel zu dem Thema.
Es ist ja auch mein Motto "immer erst mal ruhig bleiben". Gerade bei solchen Angelegenheiten wird natürlich auf der emotionalen Ebene schnell viel geschürt, ohne die Sachlage genauer unter die Lupe zu nehmen.
Und natürlich haben wir in unserem "Rechtsstaat" einige Mittel an der Hand, um etwas zu bewegen. Wie realistisch oder effektiv das ist, sei mal dahingestellt. Zumindest haben wir hier einen Rahmen, von dem andere Nationen nur träumen. Das betrifft ebenso auch unser System der Gewaltenteilung, wobei man in der Legislativen Gesetze ja auch nicht nach Gutsherrenart durchwinken kann.
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rosi am So Mai 09, 2010 6:50 pm

Danke rike-alex,
ja, das sieht tatsächlich besser aus. Ich war momentan tatsächlich dermaßen geschockt und sauer über diese Planung lt. welt-online, dass ich mich erst mal "austoben" musste. Natürlich würde ich mich keiner rechten Partei anschließen, mein Freundeskreis besteht zum Teil auch aus ausländischen Mitbürgern - allerdings keine Integrationsverweigerer. Wir leben hier im Rhein-Main-Gebiet eben sowieso schon in einem Krisenherd - viel zu wenig Wille zur Integration. Wir sind hier das beste Beispiel der Parallelgesellschaft. Allerdings hatte ich bei meinen mehreren Berlin-Besuchen den Eindruck, dass Berlin ebenfalls starke Probleme mit der Integration hat (ist ja auch bekannt). Solange aber von Migranten das Erlernen der deutschen Sprache abgelehnt wird, so lange kann man auch nicht von Integration sprechen.
Wir haben durchaus auch Positives zu bieten. Einmal jährlich findet im Sommer für 1 Wochenende das Fest der Kulturen statt. Hier treffen rund 30 Nationen zusammen und jeder bietet Spezialitäten seines Landes an - von Kulinarisch bis Musikalisch. Das ist immer ein sehr schönes Fest und man freut sich, die verschiedenen Sitten der Länder kennen zu lernen. Diese Menschen zeigen uns, dass man sich integrieren kann, ohne seine eigene Kultur dafür aufgeben zu müssen. Leider nur ein kleiner Teil der ausländischen Mitbürger.
Also kurz und gut - wir sind hier vielleicht anfälliger für diese Nachrichten, wie Menschen, die in ländlichen Gegenden wohnen. Gaby hat das ja auch schon durchklingen lassen.
@ Gaby: Ja, ich beschäftige mich schon einige Zeit mit dem Auswandern. Mein Mann sieht es noch kritisch - er ist noch nicht ganz so weit. Mit dem Urlaub könnte es problematisch werden, ich hatte nämlich nicht vor, in irgendwelche Urlaubsgebiete auszuwandern. Sollte ich es jedoch schaffen, meinen Mann zu überzeugen, bst Du schon mal herzlich eingeladen pirat
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  Cherub am So Mai 09, 2010 8:23 pm

@ Rosi

Du Liebe!!
Erst einmal wünsche ich dir natürlich, daß du deinen Traum realisieren kannst!!!
Und wenn du wirklich auswandern solltest und ich dich besuchen möchte, dann komme ich zu dir wegen dir und nicht wegen eines reizvollen (?) Urlaubszieles.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein "normales" Urlaubsziel gehabt und kenne diese ganzen Touristenzentren nur aus dem Fernsehen. Mich interessieren Menschen (in dem Fall dann DU) und andere Gegenden nur bedingt. Ich lebe schließlich da, wo andere Urlaub machen - so wirbt hier der Tourismusverband in unserer Region.
Ich war heute übrigens in einer Ausstellung "Das fliegende Auge", dort wurden atemberaubende Luftaufnahmen (aus Heißluftballons o.ä.) aus unserer Region gezeigt. Seen, Schlösser, Burgen, Klöster alles aus der Vogelperspektive. Das war einfach nur toll. So schöööön!! Aus der Luft sieht man einmal mehr, was Deutschland doch für ein wirklich grünes Land ist, so viel sattes Grün!! Es wurde mir wieder einmal so richtig bewußt auf welch einem schönen Fleckchen Erde ich hier leben darf!
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rosi am So Mai 09, 2010 8:30 pm

Ach Gaby, das hast Du aber schön geschrieben I love you Vielleicht sollten wir uns mal Deine Gegend anschauen - dann müssen wir ja gar nicht so weit weg Very Happy Doch da gucken wir erst einmal, was eure neue Regierung da so plant Laughing
Warstein - ist das der Brauort vom bekannten Warsteiner? Question Question
Liebe Grüße
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rike am So Mai 09, 2010 11:25 pm

rosi schrieb: Leider nur ein kleiner Teil der ausländischen Mitbürger.
Also kurz und gut - wir sind hier vielleicht anfälliger für diese Nachrichten, wie Menschen, die in ländlichen Gegenden wohnen. Gaby hat das ja auch schon durchklingen lassen.


Da ich im Ruhrgebiet geboren bin und auch dort öfter bin weil ja meine Verwandtschaft dort lebt kenn ich den kulturellen Schmelztiegel sehr gut und auch Kassel ist ein solcher.... Wink
Ich denke du wirst aus Berufsgründen oft mit denen konfrontiert die sich nicht grade mit Ruhm bekleckern in ihrem Auftreten. Aber ob man da sagen kann das nur ein kleiner Teil integrationswillig ist?
Ich denke jede Gesellschaft hat mit "solchen und solchen" Menschen zu tun und jeder von uns erlebt immer nur einen Bruchteil dieser Menschen.
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  Cherub am Mo Mai 10, 2010 8:16 pm

Ja, liebe Rosi!

Hier ist die Heimat des Warsteiner Bieres, seit 1753.
Ja und es ist hier superschön, wir leben hier ja auch im Naturschutzgebiet "Arnsberger Wald".
Und natürlich bist du hier jederzeit bei uns willkommen... Very Happy
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  danceoflife am Di Mai 11, 2010 4:29 pm

rike schrieb:Ich bin der Meinung das die WELT als Quelle mal wieder bewiesen hat das sie sich zunehmend in Richtung BILD bewegt...
Der Artikel suggiert dem Leser das bereits alles entschieden ist - dem ist gar nicht so! Vieles was hier in dem Artikel steht kann gar nicht einfach Gesetz werden, auch nicht in Berlin da man Bundesgesetze ändern müsste - und das passiert nicht so schnell, nicht ohne Bundesrat, Bundespräsident udn schon gar nicht mit einer konservativen Regierung!

Auch stellt die WELT es so hin als wenn es "nur" darum geht MIgraten einfach durch ihre Herkunft einen großen Vorteil zu verschaffen - das ist allerdings gar nicht das große Ziel der Initiative: vielmehr soll Berlin es schaffen die Integration besser zu gestalten.....!! Über die Einzelheiten kann und soll man diskutieren - keine Frage

Doch sollte man die Entwicklung dieses Prozesses beoachten, viele veschiedene Quellen lesen und sich immer wieder neu informieren und immer wieder neu diskutieren.

Von "Schnellschuss" Reaktionen halte ich wenig zumal grade diese oft emotional aufgeladenen Reaktionen ein sich genaues Informieren behindern können und ich sehe grade in diesen Reaktonen eher die Gefahr das man sich dem "radikalen Lager" ( da ist es egal ob rechts oder links!) zuwendet.

Ich tendiere immer dazu die Ruhe zu bewahren, abzuwarten, sich zu informieren und vor allem seine politischen Rechte wahrzumehmen ( Wahl, Petitionen, Demos , vllt Beitritt zu einer demokratischen Partei oder Organisation.....) .




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Hier noch mal ein anderer Artikel, der liest sich schon ausdifferenzierter - find ich ... :

Pro & Contra
Braucht Berlin ein Integrationsgesetz?


Berlin will Migranten in allen Bereichen besser integrieren. Doch ein dafür geplantes Gesetzesvorhaben stößt auf Kritik. Ein Pro & Contra

Berlin will seine Migranten besser integrieren – nur wie? Das wird derzeit heftig diskutiert. Berichte über ein angeblich vom Senat geplantes Integrationsgesetz, mit dem Migranten zum Beispiel bei der Bewerbung um Jobs im öffentlichen Dienst bevorzugt werden sollen, bewahrheiteten sich so nicht. Dies wäre juristisch auch sicher problematisch. Dass es aber einen politischen Plan für mehr Integration gibt, ist unstreitig.

„Es geht uns darum, Benachteiligungen abzubauen, nicht darum, Bevorzugungen festzuschreiben“, betonte Anja Wollny, Sprecherin von Integrationssenatorin Carola Bluhm (Linke). Es gebe auch noch gar keinen Gesetzentwurf, nur ein internes Arbeitspapier. Ziel sei es, mit den Diskussionen über den Inhalt bis Jahresende durch zu sein.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist da ehrgeiziger, zeitlich wie inhaltlich. Was ihm vorschwebt, könnte man schleichende Beteiligung nennen. Die Bezeichnung Integrationsgesetz sei irreführend, sagt sein Sprecher Richard Meng. Genaue Inhalte seien zwar nicht bekannt, aber eins sei gewiss: „Das wird ein Artikelgesetz, das heißt, durch dieses Gesetz werden ganz viele Berliner Gesetze geändert.“ Es gehe darum, den Integrationsgedanken überall zu verankern. Ein buntes Spektrum sei denkbar: Von verstärkten Anstrengungen für Qualifikation und Bildung, die im Schulgesetz festgeschrieben werden könnten, bis hin zu einer Änderung der Bestattungsordnung, die eine Beerdigung auch ohne Sarg und vor Ablauf von 48 Stunden ermöglichen könne. Außerdem wolle man auch die letzten, sich noch weigernden Bezirke dazu bringen, Ausländerbeiräte einzurichten. Der Zeitplan sei straff: „Wowereit drängt darauf, dass das Gesetz noch dieses Jahr beschlossen wird“, sagt Meng.

Der Integrationsbeauftragte Günter Piening hält eine gesetzliche Regelung für sinnvoll, um Migranten stärker zu beteiligen. In anderen Ländern bilde der öffentliche Dienst viel stärker die Zusammensetzung der Bevölkerung ab als bei uns. Ein Problem sei aber weiterhin, dass manche Änderungen auf Bundesebene gemacht werden müssten, was jedoch die konservative Regierung verweigere. Speziell die Thematik der Geduldeten: „Von den palästinensischen Jugendlichen in der Rütli-Schule waren viele nur geduldet und durften deshalb keine Ausbildung machen“, so Piening. „Wie soll man ihnen klarmachen, dass sich Anstrengung in der Schule trotzdem lohnt ?“ Erst seit vergangenem Jahr sei es auch für sie möglich, eine Ausbildung zu machen.

„Das Ziel ist ja richtig, aber um es zu erreichen, braucht man kein Gesetz“, sagt Pienings Amtsvorgängerin Barbara John, jahrzehntelang Berlins Ausländerbeauftragte. „Man kann seine Stellenausschreibungen entsprechend formulieren, etwa dass man jemanden mit bestimmten Sprachkenntnissen sucht.“ Das sei auch viel besser für das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen deutschen Bewerbern und Migranten. Es hätten längst nicht alle Migranten spezielle Förderung nötig; Asiaten seien oft besser qualifiziert als Deutsche.

Die CDU trauert mittlerweile Barbara John nach: „Wäre sie geblieben, dann wäre Berlin heute schon weiter“, so der CDU-Politiker Kurt Wansner. Ein Integrationsgesetz brauche man nicht, meint auch er. „Man muss die Kinder an den Schulen qualifizieren, damit sie bei Bewerbungen mithalten können.“ Also Bewerbungsseminare veranstalten, Einstellungsgespräche durchspielen.

Die Grünen-Politikerin Canan Bayram hat das Thema Migranten im öffentlichen Dienst selbst erlebt, als sie noch im Bundesumweltministerium arbeitete. „Da leistet man Pionierarbeit“, sagt sie. „Aber wenn man erst einmal in die Inhalte einsteigt, tritt die Herkunft zurück.“ Es geht also darum, überhaupt erst einmal reinzukommen. Rechtsanwältin Bayram hat es geschafft. Sie weiß auch, dass viele Migranten sich selbst im Wege stehen, indem sie denken: „Die wollen mich sowieso nicht. Ich habe ohnehin keine Chance.“

PRO

Berlin läuft seiner eigenen Entwicklung hinterher: Ein Viertel der Einwohner kommt aus Einwandererfamilien, im öffentlichen Dienst etwa machen Migranten aber nur rund zehn Prozent der Mitarbeiter aus. Auch in der Lehrerschaft, die zum Teil vor Klassen mit 80 Prozent Kindern nicht-deutscher Herkunft steht, sind Migranten weit in der Minderheit.

Ein Integrationsgesetz ist deshalb dringen nötig – und zwar keines, in dem es einfach eine Quote gäbe, die Migranten in der Einstellung bevorzugt. Das wäre weder verfassungsrechtlich möglich noch kann es politisch gewollt sein. Es müsste vielmehr darum gehen, Maßnahmen zur Befähigung und Gleichberechtigung von Menschen mit Migrationshintergrund so zu verankern, dass sie im Alltag auch greifen. Das kann bei Sprachförderung im Kindesalter anfangen und bei der Änderung der Bestattungsordnung aufhören.

So würde ein Integrationsgesetz zum einen dazu beitragen, positive Vorbilder zu schaffen. Zum anderen wäre es ein Signal des Respekts vor der Lebenswelt vieler Berliner. Es würde zeigen, dass die Stadt Integrationspolitik ernst meint und nicht immer nur den nächsten Runden Tisch veranstaltet. Ein gutes Integrationsgesetz wäre dabei nur solange nötig, bis es sich selbst überflüssig macht. Wenn Integration für Deutsche und Migranten alltäglich wird, braucht Berlin kein Gesetz mehr. Patricia Hecht

CONTRA

Im Dezember hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit neue Denkweisen in der Integrationspolitik gefordert und den mangelnden Aufstiegswillen in vielen Familien kritisiert. Mit einem Integrationsgesetz oder einer Ergänzung in allen Gesetzen, dass man ja auch ganz sicher die Integration im Auge hat, wird man diesen Willen aber nicht stärker herauskitzeln. Und ein Gesetz, das den Bürgern oktroyiert, wie gut und liberal diese Gesellschaft ist, braucht niemand, sondern ist reine Makulatur: Ein politisches Bekenntnis für eine effektive Zuwanderungspolitik für beide Seiten, wie sie in Kanada oder in den USA praktiziert wird, sieht anders aus. Es geht in der Integrationspolitik um die Frage, wie man Migranten fördert, und was man von ihnen fordert. Diejenigen, die willens sind, sich integrieren zu lassen, wissen ohnehin, dass sie Integration nur schaffen, wenn sie Bildungschancen nutzen und ihre Sprachkompetenz ausbauen, also: die deutsche Sprache erlernen. Kein Gesetz kann die Migranten zur gesellschaftlichen Teilhabe zwingen, wenn sie nicht wollen. Mehr Migranten im öffentlichen Dienst einstellen, bei der Polizei, der Feuerwehr, in den Schulen: Das ist alles richtig, zuerst aber zählt die Qualifikation. Das gilt im Übrigen auch für die Forderung, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Nur Frau zu sein reicht nicht. Und nur Migrant zu sein reicht eben auch nicht. Sabine Beikler

http://www.tagesspiegel.de/berlin/braucht-berlin-ein-integrationsgesetz/1817310.html



..danke dir Rike-Alex für dein posting... flower ..das sorgt für Differnzierung..was bei diesem..wie ich hier sehe..sehr emotionalem Thema ..besonders wichtig ist..

..wie ihr vielleicht wisst..manche bestimmt...ist mein Göga aus der Türkei...und lebt und arbeitet in unserem schönen Land seit 1973 !!!
Seit 1976 sind wir verheiratet..haben eine erwachsene Tochter...die im Juni ihren Schatzi (einen Deutschen namens "Hoffmann" !!!!!!!!!) heiratet ...so seht ihr, das mein Mann hier völlig integriert ist , viele unserer "gemischten" Freunde sind dies auch...egal welcher Nation..es sind auch viele türkischstämmige darunter...
..das Probleme mit der Integration, die sehr oft auch in Ballungsgebieten vorhanden sind....nicht von der Hand zu weisen sind, sehen wir durchaus und verharmlosen das auch net..nur : wie sind sie entstanden?
..ein ganz wichtiger Faktor dabei ist, das es alle Regierungen hier im wahrsten Sinn des Wortes verschlafen haben, konsequente Regelungen für ein Leben..ein Arbeiten..und ein Immigrieren nach Deutschland von vorneherein aufzustellen..
..die wichtigste dabei: die Sprache lernen! ..hunderttausende von Gastarbeitern ..egal welcher Nation..kamen seit Anfang der 60er zu uns ..als Arbeiter..nicht als Menschen mit einem sozialen Hintergrund...es hies immer: "na die gehen ja auch irgendwann wieder!"
...das "irgendwann" kam bei manchen zum tragen..bei vielen aber nicht..und spätestens da hätte man ansetzen sollen..als diese Mitmenschen..die sie ja nun waren...beschlossen hatten, für immer in diesem Land zu bleiben..
..Voraussetzung wäre für mich gewesen..die Sprache mit einer abschließenden Prüfung zu erlernen.und zwar alle..die Männer..die Frauen und Kinder die nachgeholt wurden...es hätte eine Pflicht sein sollen..(hab mich mal lange mit unserer lieben Lizzie darüber unterhalten wie so ganz anders das in Dänemark gehantelt wird!)
..es tat sich in dieser wichtigen Zeit nix in diesem unserem Land!!! Und so gibt es noch einige Beispiele..aber da sitz ich dann morgen früh noch und langweile euch...
..für mich ist das der Knackpunkt..was wir heute hier haben und worüber sich so viele beklagen ist auf dem Mist von unserem Land..sprich dessen laschen und unentschlossenen Regierungen..gewachsen...und wir wundern uns heute wohin es uns gebracht hat...
..und das beste ist..jeder schiebts auf den anderen und in blindem Aktionismus wird heute versucht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen...was ich persönlich als eine Schande empfinde ..wenn ich bei meinen Ausländerkindern sitze einmal in der Woche Hausaufgabenbetreuung mache ...und denen unsere Sprache beibringen muss/darf..weil immer noch ..bzw. schon wieder ..keine Gelder da sind (für das gabs noch nie viel..wie kurzsichtig!!!) ..für die wichtigste Sache an der ganzen Integration..das Erlernen der Sprache...

..übrigens..mein Göga lernte perfektes "Hannoveraner"-Deutsch am Goethe-Institut in Istanbul...und verstand nur "Bahnhof"..als er in Stuttgart aus dem Zug stieg..damals Laughing


..und noch was gaaaanz wichtiges..ihr Lieben


..I say it with L.O.V.E I love you I love you I love you
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  Admin am Di Mai 11, 2010 5:02 pm

Uhm... jetzt weiß ich nicht. Ich wurde gebeten, das Thema zu löschen, aber da ist ja doch schon einiges an Diskussion gelaufen, so dass ich es nicht so nett finde, hier einfach so unschön alles wegzunehmen und Leuten damit evt. sogar das Wort abzuschneiden...
Vielleicht sagt ihr nochmals etwas dazu?

Liebe Grüße
Alex & Team
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rike am Di Mai 11, 2010 5:13 pm

Wenn sich jemand durch solch ein Thema belästigt / gestört fühlt bzw der Meinung ist das es nicht hier in dieses Forum gehört kann ich verstehen das man als Admin reagieren muss.

Allerdings bin ich persönlich der Meinung das Politik, wenn sie sachlich und ruhig diskutiert wird, überall hingehört. Denn unser ganzer Alltag besteht aus Politik - mal mehr oder weniger intensiv und mit Sicherheit nicht nur aus positiven Dingen.

Für mich bestünde kein Grund solche Themen, Diskussionen zu beenden zumal es hier ruhig diskutiert wurde bisher.
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  danceoflife am Di Mai 11, 2010 5:30 pm

..dito..sehe das wie du Rike..ausserdem : ich diskutiere eben viel zu gerne... Laughing
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rosi am Di Mai 11, 2010 5:41 pm

Oh stopp!!!!!!!!!! Bevor hier Missverständnisse auftreten - ich selbst wollte, dass der Thread gelöscht wird, weil ich mich im Nachhinein geärgert habe, dass ich das hier überhaupt eröffnet habe. Also, es hat keiner von euch hier Anstoß genommen Laughing Laughing Laughing
Liebe Grüße
Rosi
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  danceoflife am Di Mai 11, 2010 6:59 pm

..warum sollten wir daran Anstoss nehmen..liebste Rosi, auch über unbequeme Themen sollte man miteinander reden und die Meinungen austauschen können..ist nun mal die Realität auf unserer Welt... I love you
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  Cherub am Di Mai 11, 2010 7:02 pm

Also, ich sehe ehrlich gesagt keinen Grund hier etwas zu löschen.
Es ist doch nur eine Diskussion unter vielen anderen! Und ich hatte nicht den Eindruck, daß hier irgendjemand persönlich angegriffen worden ist oder beleidigt wurde.
Wir leben nun mal in einer internationalen Gesellschaft mit vielen Facetten und enormen Bereicherungspotential. Und überall wo Menschen zusammen kommen, geht es halt nicht automatisch nur harmonisch zu.
Doch bin ich der Meinung, daß unser Austausch hier zivilisiert abläuft. Wenn Rosi, in der Hitze des ersten Gefechtes selbst der Meinung ist, daß ihr Beitrag etwas zu emotional geworden ist, kann sie ihn doch selber wieder herausnehmen.
Für mich besteht hier von seiten der Admins keinerlei Handlungsbedarf.

Love & Peace
Gaby


Zuletzt von Cherub am Sa Mai 15, 2010 2:56 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rike am Di Mai 11, 2010 7:11 pm

danceoflife schrieb:..warum sollten wir daran Anstoss nehmen..liebste Rosi, auch über unbequeme Themen sollte man miteinander reden und die Meinungen austauschen können..ist nun mal die Realität auf unserer Welt... I love you


eben!!

Liebe Rosi... mach dir keine Gedanken.... wegen uns lass deine Beiträge drin!! Sie sind für mich ein Zeichen dafür das man sich für seine Gesellschaft interessiert!!! I love you
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rosi am Di Mai 11, 2010 7:12 pm

Danke, Ihr Zwei I love you I love you I love you
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  ruth am Do Mai 13, 2010 10:14 pm

Ich habe hier nicht mitgeschrieben, weil mir meine zeit gerade knapp war, aber dein Beitrag hat mich gleich sehr interessiert, rosi.
Ich kann dazu nicht richtig aus eigener Anschauung mitdiskutieren, weil in unserer ländlichen Gegend der Ausländeranteil doch geringer ist und deshalb auch große Extreme seltener sind. Mich hat die ganze Sache deshalb beschäftigt, weil ich sofort den Gedanken hatte, ich lebe hier manchmal und manchmal auch ganz gerne in einer Traumwelt. Das ist sehr bequem, denn in unserer ländlichen Lage kann man eine ganze Menge Probleme einfach ausblenden, die kleine Welt ist hier zumindest vordergründig in mancher Hinsicht doch noch in Ordnung. Diese Haltung macht mich aber schon auch besorgt, weil ich zu vielen Dingen einfach sagen muss, ich habe vermutlich überhaupt keine Ahnung (soziale Brennpunkte, kriminalität, Drogen und ähnliches nur als Stichpunkte), was "so abgeht".. Deshalb fand ich dieses Thema schon als Gedankenanstoß sehr nützlich!
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

Beitrag  rosi am Fr Mai 14, 2010 6:10 pm

Ich danke Dir für Deine Ansicht, Ruth. Man bewegt sich mit manchen Äußerungen auf sehr dünnem Eis und wird manchmal sehr schnell missverstanden. Ja, die Ballungsgebiete haben extrem Probleme. Und im Gegensatz zu rike-alex weiß ich, dass neben Offenbach auch Kassel prozentual "überfremdet" ist und auch diese Stadt extreme Probleme hat. Dabei möchte ich betonen, dass mein Freundeskreis aus "4 Nationen" besteht und wir richtig dicke Freunde sind. Zu unserem Freundeskreis sind viele aus Polizeikreisen und zwar aus Offenbach, Frankfurt und auch Kassel. Und die können jede Menge über Probleme mit Migranten erzählen.
Auch die hilfreiche Hand zur Integration macht nur dann Sinn, wenn die Bereitschaft von beiden Seiten besteht. Wenn ihr in eurer ländlichen Gegend ein paar Migranten habt, so bleibt diesen gar nichts anderes übrig, als sich zu integrieren. Und das ist auch gut so. Doch wenn die Anzahl der Migranten überhand nimmt, dann passiert genau das, was in unserem Raum passiert, nämlich, die Parallelgesellschaft entsteht und lässt sich nicht nur mit "Hand reichen " auflösen.
Ein typisches Beispiel für unseren Raum: Grundschulfest - es wird gegrillt und selbstveständlich werden getrennte Grills zur Verfügung gestellt - das ist auch ok, da Muslime mit Schweinefleisch nun gar nicht umgehen können. Dass aber dann die Tische und Stühle von den deutschen Eltern weggerückt werden, um unter sich zu sein, das war so nicht geplant. Leider ließen sich die ausländischen Eltern (in diesem Fall Türken) nicht davon überzeugen, dass es ein gemeinsames Fest werden sollte. Und genauso läuft unser Miteinander überwiegend ab - leider!
Liebe Grüße
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Re: Politik - Migranten bevorzugt

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